Dunkle Wolken am Himmel der Blümchen-SM-Welt

 

 Vorab: Achtung, Klischee-Alarm!

MV5BNzkyNDMxNDg2M15BMl5BanBnXkFtZTcwMDU0ODM1Nw@@._V1._SX214_CR0,0,214,314_Was macht die moderne Hausfrau heute, wenn die Wäsche gewaschen und gebügelt, die Kinder versorgt, die Wohnung geputzt und das Essen gekocht ist?

Genau! Sie liest Pornos. SM – Pornos. Naja, nicht wirklich, es wird Shades of Grey oder Crossfire gelesen. Und dank des riesigen Erfolges dieser Schriftstücke einer Twilight-Fan-Fiction schreibenden Frau hat sich Hollywood gedacht: Hey, da steckt Geld drin, lasst uns einen Film machen!

Aber anders als Fantasy- oder Vampir- und Werwolf-Fans hat die Shades of Grey – Fangemeinde nicht nur ein Bild Ihrer Helden im Kopf. Sie haben anscheinend auch mehr Zeit, so ohne Schule und Hausaufgaben. Und auch die Hausfrauen werden zu digital Natives, nutzen Twitter und Facebook und haben jetzt auch change.org für sich entdeckt.

Es gibt Sie Wahrhaftig! Eine Petition gegen Dakota Johnson und Charlie Hunnam. Und diese Petition hat bereits über 40.000 Charlie HunnamUnterstützer. Auch wenn Produzent Dana Brunetti noch recht cool reagiert, fleißig retweetet und um Vertständnis für die Entscheidung wirbt; ich bin gespannt, ob man sich in Hollywood, ebenso wie in vielen anderen gesellschaftlichen und politischen Belangen, von Petitionen und der Kritik der potentiellen Zuschauer beeinflussen lässt.

Wer jetzt ebenfalls seinen Unmut über das Duo Johnson/Hunnam äußern will, der kann das hier tun.

Ich meine, nicht, dass das irgendeinen Unterschied macht. Mal ganz von der Qualität der Vorlage und dem, was wir in der Szene größtenteils von E.L James Machwerk halten abgesehen: Ein Buch über Sex und SM kann von Hollywood nur weichgespült verfilmt werden. Also wird daraus eine pure Love-Story mit ein bisschen Fesselei in blauem Licht, mit viel Weichzeichner und jazziger Musik… Halt, kennen wir das nicht schon aus 9 1/2 Wochen? Auch das wurde anno 86 ein Kassenschlager, genauso wird es auch mit Shades of Grey werden, egal, wer da jetzt wen spielt.

Eigentlich ist das ist nur ein weiterer, kommerzieller Auswuchs des Hypes. Was mich viel mehr interessiert: Meint Ihr, dass dieser Film der SM-Szene etwas bringt? Ist die öffentliche Aufmerksamkeit, die SM durch die Bücher und den Film bekommt, für uns als aktive SMer positiv?

Ich meine: Ja! Wir müssen nur lernen, mit dieser neuen Art der Bewusstwerdung der Neigung umzugehen. Es werden mehr Ausprobierer und Interessierte auf Stammtischen, Partys, Messen und Paraden auftauchen. Und ich sage: lasst Sie uns mit offenen Armen empfangen. Wir haben nichts zu verlieren und viel an Akzeptanz zu Gewinnen!

 

 

 

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