Über Rowling, Selfpublishing und soziales Verhalten

Durch eine Link auf der Facebook Seite von Diana Scott bin ich auf eine Artikel über J.K. Rowling und Ihren Schritt ins Selfpublishing gekommen. Das wurde in dem Artikel als anstoß genommen, einen Abgesang auf den Buchhandel und das Verlagswesen zu singen.

J.K. Rowling reads from Harry Potter and the Sorcerer's Stone at the Easter Egg Roll at White House
Under CC-License by Daniel Ogren at http://www.flickr.com/photos/fast50

Ja, das Ebook ist im Kommen.

Und für die Rowling, mit viel Kapital im Rücken, die laut eigener Aussage den eigenen Anteil am Verkauf der Printausgabe für verzichtbar hält (warum spendet Sie diesen Gewinn dann nicht an gemeinnützige Organisationen?), ist das ein Weg, den man austesten kann. Daraus jetzt das Ende des Buchhandels abzuleiten, finde ich illusorisch, und ich sage auch gleich, warum:

Verbraucherseite: Die Buchhandlungen sind immer noch recht gut besucht, das Buch ist immer noch ein materielles Werk. Freust Du Dich über einen Amazon – Code für Buch X zum Download genauso wie über die schön gestaltete Hardcover-Ausgabe? Ich nicht…

Außerdem sucht der Kunde in der Buchhandlung auch die Beratung. Es kann sein, daß es über kurz oder lang ein paar große erwischt (nichts steigt unendlich) aber der qualitativ hochwertige Buchhandel wird bestehen bleiben

Autorenseite: nicht jeder Autor (eher gesagt, so gut wie kein Autor) hat die finanzielle Möglichkeit, sich einen solchen IT-Stab zu leisten. Und nicht jeder will Ihn sich leisten. Der Verlag oder Die Agentur bleibt somit als Dienstleistung. Dadurch wird dem Autor der Rücken für die kreative Arbeit freigehalten. Im Beispiel der Firma Rowling wird Sie bald merken, das ein Unternehmensleiter kaum noch Zeit hat, kreativ zu arbeiten.

Des Weiteren ist da die soziale Komponente, im Beitrag so süffisant ‚Alimentezahlung‘ genannt. Dabei wird gerne vergessen, daß der jetzt erfolgreiche Autor NUR DURCH DIE ERHALTENEN ‚ALIMENTE‘ überhaupt erfolgreich wurde. Sich dann, wenn der Erfolg da ist, aus diesem System zurückzuziehen bezeichne ich mal als asozial und schmarotzerhaft.

Verlage und Agenturen müssen auf die Digitalisierung reagieren, an den Rahmenbedingungen für kreative (seien es jetzt Autoren, Musiker, Journalisten oder was auch immer) muss sich etwas ändern. Die Gewinnverteilung muss angepasster und transparenter werden. Freier Darwinismus ist für diese Branche tödlich!

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