Curse or Benediction

So, da bin ich mal wieder. Heute will ich mal über Fluch und Segen schreiben. Und zwar den des Internet. Ja, mal wieder.
Die Gedanken in Wallung gebracht hat ein Beitrag von Frau Mab. Ich empfand das Szenario, das Sie beschrieb, als sehr trist. Aber lest das selber.

Manchmal Frage ich mich, ob es wirklich ein Fortschritt für die Szene ist, dieses Multimediale Rennen um Hits, der Hype um SM und den Rest der Kinky World. Wenn ich manches höre, was so erlebt wird, habe ich auch immer wieder das Gefühl, das gerade die bekannten Portale ein Tummelplatz sind für die frustrierten, gelangweilten Ehegatten, die hoffen, mit ein bisschen Kink wieder was-auch-immer zu finden.

Richtig toll sind auch die ‚Erfolgsberichte‘ dieser Gattung: Im Bett lief nichts mehr und auch so haben wir ins nur noch gestritten. Aber jetzt machen wir SM, wenn Sie/Er jetzt Widerworte gibt, knallts, darf ich ja jetzt, bin ja Top…
Auch immer wieder gerne benutzt: Die Version des Partners, der, reiner Egoman, nur sich und sein Leben sieht. Die Unfähigkeit, auf einen anderen zuzugehen, hat schon den (Ehe-)Partner verstummen lassen. Jetzt suchen wir uns mal was devotes, da können wir unser zwischenmenschliches Desinteresse als coole Dominanz tarnen. Ja, geil, lassen wir doch einfach die nächste Partnerschaft verstummen.
Damn it, SM ist eben nicht für jedermann und vor allem kein Heilmittel für verkorkste Beziehungen. Klar kann es der Erotik eine neue Richtung geben, aber dafür muss der Grundstein gelegt sein.

Das soll jetzt nicht heißen, guten, befriedigenden SM kann es nur innerhalb einer Partnerschaft geben. Auch das Spiel mit gelegentlichen oder wechselnden Partnern ist vollkommen in Ordnung, Wichtig ist dabei, denke ich, eines: Auch der Teilzeitsklave möchte geliebt werden. Wenn ich nicht mit Liebe und Respekt mit einem Menschen umgehen kann, dann sollte ich Ihm auch nicht temporär den Respekt und die Liebe entziehen. Ansonsten schaffe ich damit ein Ungleichgewicht auf der emotionalen Ebene, bringe über kurz oder lang den Menschen auf der anderen Seite aus dem Takt. Das Ergebnis Ist dann keine starker, selbstbewusster und submissivet Mensch sondern, im schlimmsten Fall, jemand, der ungeliebt und unbefriedigt emotional fällt.

Mistress Matisse, die neben Ihren Kolummnen auch als SexWorker tätig ist, hat es mal sehr schön gesagt: „If I ever stop lovin‘ my Clients and Partners in Play, I have to Stop it.“

In diesem Sinne: Liebevolle, beherrschende, schmerzhafte Tage euch allen!

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