WeltAidsTag

Heute ist es mal wieder so weit.. Mal wieder Welt-Aids-Tag…

RedRibbon

Ich kann mit noch gut an die ‚Anfangszeit‘ von Aids erinnern… da war ich knappe 10, 11 Jahre alt, und Aids war für uns keine Krankheit, das war etwas, was Schwulen passiert…

Irgendwann fühlte sich dieses Scheiss-Virus wohl gemobbt… auf jeden Fall emanzipierte es sich und machte keinen Unterschied mehr zwischen Männchen und Weibchen, und es scherte sich einen Scheiss um sexuelle Orientierung. Komischerweise brachte das eigentlich keine Veränderung. Aids ‚passierte‘ immer noch, jetzt eben den Schwulen und den Prostituierten…

Das funktionierte, eigentlich unglaublich in einem aufgeklärten Land, fast 10 Jahre lang…

Dann kam Hella… mit Ihrem unvergessenen „Tina, wat kosten die Kondome…“ – Spot…
Aids wurde Salonfähig, man durfte darüber reden (lief ja sogar im Fernsehen…), und, endlich kapierte es auch der letzte, wurde zur ‚Krankheit‘. Ein Bewustsein baute sich auf, das in meiner Generation tief verankert sitzt. Für die meisten ist es eigentlich etwas völlig normales, über Aids zu reden und auch gelegentlich mal zu den Tests zu gehen, wenn sich die Notwendigkeit ergibt.

Leider hat unsere Generation es anscheinend nicht geschafft, dieses verankerte Bewusstsein an die Kinder weiterzugeben, wenn ich die Berichte der letzten Zeit richtig deute und sie nicht Medienwirksam aufgebauscht sind…
Teenies denken wirklich wieder, Aids ist eine Krankheit, die hier in der ‚zivilisierten‘ Welt nicht nennenswert vorkommt, eine Seuche bei Prostituierten (kennen wir den Sermon nicht schon???) in Afrika oder Asien.

Aber auch in unserer Generation ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aids ist in der SM – Szene in meinen Augen auch nicht so Präsent, wie es eigentlich sein sollte. In den wenigsten Clubs liegen Präservative aus (klar, wir poppen ja auch nich… wir hauen ja blos… 😉 ), es gibt selten Container für gebrauchte Nadeln und die desinfektion der Geräte ist zwar möglich, aber wird oftmals nur halbherzig gemacht… also, wir reinigen vorher und nachher… :-).

Ein paar Projekte, in denen Aidskranke in den Schulen Erfahrungen an die Kids bringen, gibt es schon, die Kids, mit der Wahrheit recht unverblümt konfrontiert, reagieren geschockt, vielleicht bleibt sogar was hängen…
Solche Projekte brauchen wir Flächendeckend!
Eltern, macht druck auf die Schulen, Aids muss in die Schulbücher, in den Lehrplan und (ruht euch nicht auf der Schule aus!) auch an euren Esstisch!

Die Risiken von Aids zu unterschätzen ist das Selbe, wie Russisch Roulette als Gesellschaftsspiel für die Familie zu bezeichnen…

Ivy hat sich auch ein paar Gedanken gemacht und in Ihrem Blog veröffentlicht. Es wäre toll, wenn noch mehr Blogger aus der Szene, die Ihre Gedanken über AIDS gebloggt haben, diesen Artikel hier Trackbacken, um so ein größeres Link- und Info-Potential auszuschöpfen.

Weitere Blogs zum Thema:

Zeniscalm 

3 Antworten auf „WeltAidsTag“

  1. Bedauerlich ist nur, dass wir zwar die erste Generation sind, die mit Aids im Hinterkopf gefickt haben, aber ganz sicher nicht die letzte sein werden…

  2. Der Wahnsinn ist eigentlich, dass sich in all den Jahren noch nicht wirklich was geändert hat… Nach dem Hype anfang der 90er ging die Rate ja sogar mal zurück…
    Aber heute wird wieder totgeschwiegen, ignoriert und unsafe gefickt…

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